Zitat der Woche: “Der Dissident”
Liebe handverlesene Leser manch Artikel überrascht mich derart, dass ich ihn meiner Leserschaft nicht vorenthalten will und in handverlesen, ggfls. auszugsweise, veröffentliche.
In dieser Ausgabe wird diese Ehre dem türkisch-deutschen Schriftsteller Feridun Zaimoglu zu teil, mit seinem Artikel in der Freien Presse vom 15.10.2009 und seiner Sicht auf die Spezi der ostdeutschen Dissidenten vor und nach der Wende und jeder sollte sich sofort prüfen und bekennen wer ihm spontan als Person einfällt und handverlesen mitteilen, als Kommentar oder Email.
Brisant an dem Beitrag ist, dass, hätte ihn ein Ostdeutscher im ND geschrieben, gegen ihn unverzüglich ein Verfahren wegen Gottes- oder sollte man besser sagen Götzenlästerung eingeleitet worden wäre.
Ganz zu schweigen davon, dass Knabe, Gauck, Birthler & Co. über ihn, wie anno dunnemals die Kreuzritter über das - muslimische - Heilige Land, mit Kreuz und Schwert und den Medien hergefallen wären.
Feridun Zaimoglu,Freien Presse vom 15.10.2009:
“Keine Indianer im Reservat
…
Dissident - das klang nach einer alternativen Reinigungstablette für dritte Zähne. Ein Dissident war aber ein verbiesterter Antikommunist, er trug Schnäuzer oder Vollbart, er sang schlechte Lieder, oder schrieb schlechte Bücher, und wurde mit Preisen überhäuft.“
Antikommunist …Schnäuzer … schlechte Lieder … Preise - na wer fällt einem da sofort ein?
Aber lesen wir weiter
“Manch ein Dissident trat im Fernsehen auf. Er behauptete, er allein habe der herrschenden Clique das Fürchten gelehrt - ich bekam daraufhin immer einen Schluckauf, oder einen Lachanfall.”
Erkannt?
Und nach der Wende:
“Die Dissidenten waren mittlerweile zu Experten aufgestiegen, und wenn sie die neuen Verhältnisse erklärten, sprachen sie über die Ostdeutschen wie über besiegte Indianer im Reservat.”
Da fallen einen doch …. ein.