handverlesen

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Die schleichende Wiederkehr des „HITLER-HAT-DOCH-DIE-AUTOBAHN-GEBAUT“ oder wehret den Anfängen

handverlesen will dann doch in voller Länge auf eine handverlesene Pressemitteilung zum Thema „Ehrentafel” für einen Faschisten hinweisen, weil in dem Umgang mit dieser Geschichte deutlich wird, dass gerade in „gutbürgerlichen” Kreisen die Erinnerung und die Betroffenheit für die Gräuel des sogenannten 3. Reiches verschwimmt und verschwindet, vielleicht auch, weil Leute wie OB Dr. Schreiber zu den eigenen Kreisen gehörte.

Aber auch in der vielbeschworenen Mitte der Gesellschaft ist eine gewisse Abgeschlafftheit gegenüber Themen des Faschismus zu erkennen, vielleicht wurde es von Herrn Knopp auch überstrapaziert mit „Hitler und die Frauen”, „Hitler und seine Generäle”, „Hitler und die Kirchen”, „Hitler und sein Teddybär”….

Und wenn dann noch die redselige und Rede gewandte Enkeltochter des letzten Nazi-OB anruft und sagt, ja nur weil er in der NSDAP war kann er ja auch mal eine richtige Entscheidung, gemeint war damit die kampflose Übergabe der Stadt Reichenbach an die US-Amerikaner, getroffen haben, so blendet das nicht nur aus, dass OB Schreiber zu dieser Übergabe mittels vorgehaltener Pistole gezwungen werden musste, sondern auch, dass er sofort mit der Machtübernahme der NSDAP  1933 bereits in diese eintrat und ab 1935 als Oberbürgermeister von Reichenbach auch in einer herausgehobenen Stellung im Machtsystem der NSDAP an deren Verbrechen beteiligt war.

Eine Ehrung jedweder Art verbietet sich daher ohne weitere Worte.

DieLinke

Ortsverband Reichenbach

Pressemitteilung

Mit fassungslosem Entsetzen haben wir erfahren, dass die Stadtverwaltung allen Ernstes diskutiert oder gar erwägt eine „Ehrentafel” für den faschistischen Oberbürgermeister Schreiber anzubringen oder aufzustellen, weil er sich an der Übergabe der Stadt Reichenbach beteiligt habe.

Gerade eine Stadt, die sich nach 1990 sehr schnell von ihrem antifaschistischen, insbesondere kommunistisch antifaschistischen Bekenntnis in Form von Denkmälern und Straßennamen getrennt hat, darf jetzt nicht noch weitergehen in der Rehabilitierung der faschistischen Täter.

Unabhängig davon, dass die Beteiligung Schreibers wohl nicht ganz freiwillig war, wird dabei völlig ausgeblendet, dass er als  Oberbürgermeister  in den Jahren 1935 bis 1945 in exponierter Stellung die faschistischen Gräueltaten in Reichenbach mitgetragen hat, es  ist nicht bekannt, dass er sich gegen die Deportation von jüdischen Mitbürgern gewandt hat oder verhinderte, dass Frauen, die eine Liebesbeziehung zu einem ausländischen Zwangsarbeiter hatten mit geschorenen Köpfen auf einen offenen Leiterwagen wie im Mittelalter anprangernd durch Reichenbach gefahren wurden.

Im Hinblick darauf, dass der Reichenbacher Stadtrat erst kürzlich das Setzen von Stolpersteinen im Gedanken an verschleppte und ermordete jüdische Mitbürger beschlossen hat, wirkt diese „Ehrentafel” wie Hohn und Relativierung des Setzen der Stolpersteine.

Daran ändert auch nichts, dass die Tochter des faschistischen Oberbürgermeisters eine andere Erinnerung hat. Vielmehr möge sie über das Tun ihres Vaters in den Jahren 1935 bis 1945 und dessen Einbindung in das faschistische Unterdrückungs- und Vernichtungssystem intensiver nachdenken.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die Stadt Wunsiedel aus gutem Grund noch nie auf den Gedanken kam eine „Ehrentafel” für Rudolf Heß anzubringen, weil dieser 1941 nach England flog, um angeblich mit Großbritannien einen Friedensschluss, der wohl zu Lasten der Sowjetunion gehen sollte, auszuhandeln.

Die Partei DieLinke fordert die sofortige und endgültige Rücknahme dieses Punktes von der Tagesordnung  des Sozial-, Bildungs-, Kultur- und Sportausschusses und des Stadtrates, da allein die Erwägung, ein solches Ansinnen zu diskutieren, dem Ansehen der Stadt Reichenbach auf Schlimmste schadet, ganz zu schweigen davon, welches Bild der Reichenbacher Stadtrat damit in die Welt hinaus trägt.

DieLinke Reichenbach hofft weiter, dass  Reichenbach nach den positiven Signalen nach außen, wie durch den Tag der Vogtländer, den Tag der Sachsen und die LAGA, jetzt nicht beabsichtigt, mit aller Gewalt durch negative Aktionen wie dieser „Ehrentafel” in der öffentlichen Wahrnehmung Sachsens und der gesamten Republik präsent  bleiben zu wollen, koste es Ansehen was es wolle.

Thomas Höllrich

Ortsvorsitzender

P. S. der Antrag auf eine Ehrentafel hatte keinen Erfolg auch Dank eine “großen Koalition” von Stadträten der Linken und der CDU, ja wirklich.


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