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Stadtrat Reichenbach: So gehts los!

Reichenbacher Stadtrat:  „Wer hat uns verraten …” oder der vergebene Generations- und Sinneswandel

Mein lieber Kollege Uwe, der ja in der ehemaligen BRD sozialisiert worden ist und daher nicht wissen konnte, dass die von ihm gewählte SPD im Osten und gar in Sachsen nur eine Splitterpartei ist, die  um die Zweistelligkeit kämpft, will mir ja immer freundschaftlich raten, den alten - aus dem Jahr 1914 - stammenden oder sich zumindest auf die Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten von 1914 beziehenden Spruch der Kommunisten verleiden, da dies doch ein „alter kommunistischer Spruch und ich ja auch Sozialist und nicht Kommunist” sei.

Letzteres soll hier mal nicht thematisiert werden. Auch nicht der Fakt, dass sich die SPD bei der Befürwortung von völkerrechtswidrigen Kriegen seit 1914 nicht wirklich zivilisatorisch weiter entwickelt hat, wie man leicht an dem Krieg gegen Restjugoslawien oder den in Afghanistan erkennen kann, aber an diesem am fernen Hindukusch und seinem alten - biologisch wie politisch - und schärfsten Befürworter Peter Struck, kann man das Dilemma auch der Altersstruktur der Reichenbacher SPD festmachen.

Während sich Struck in Greiz mit seinen überholten, spätkolonialen und im Lichte der letzten 125 Toten zynischen Ansichten über eine zu verteidigende deutsche Grenze in Zentralasien durch die eigenen SPD-Genossen  eine blutige Nase holte, bleiben zumindest der überwiegende Teil, o. k. bei drei Personen weiß jeder wer gemeint ist oder wer eben nicht, der SPD-Fraktion im Reichenbacher Stadtrat dem alten Lagerdenken verhaftet.

Und das geht soweit, dass man sich der übermächtigen CDU nicht nur andienert, dass es für alle - wohl auch allen wirklichen Sozialdemokraten - weh tut, sondern, dass man alles über Bord wirft, was der Allmacht der CDU im Wege stehen könnte.

Da stellt nun schon die FDP und nicht die böse Linke, obwohl ich bin ehrlich, hätte nicht, wie von mir erwartet, diese oder der Gewerbeverein / Grüne, den Antrag auf geheime Abstimmung bzgl. des Wahlverfahrens gestellt, so hätte ich es getan und da lehnen die drei von der SPD dies ab.

Warum? Vielleicht haben sie sich selbst gegenseitig nicht getraut.

Und weshalb? Die SPD wäre doch mit Niemeyer besser gefahren als mit dem antiquierten d´Hondt-Verfahren. Die Lösung ergab sich bald darauf.

CDU und SPD hatten abgesprochen, wer die ehrenamtlichen 1. und 2. Bürgermeister stellt, den 1. natürlich die CDU: 71 Jahre alt, den 2. die SPD: 69 Jahre alt und da musste die SPD von Anfang ihre unverbrüchliche Freundschaft zur CDU gegenüber den anderen „kleinen” Parteien zeigen.

Dabei wäre doch Werner Albert von der SPD auch so gewählt wurden, da der von Jörg Schaller (FDP) beschworene Mut zum Generationswechsel bei FDP und Grüne / Gewerbeverein nur bis zur Wahl des 1. Bürgermeisters reichte, so dass Bernd Suhr von der CDU im direkten Vergleich mit Veit Bursian von der FDP - auch Dank der fünf Stimmen der Linken - nur knapp einer Blamage entging, da er nur dank der Absprache mit der SPD die erforderlichen Stimmen zusammen bekam.

Bei der Wahl des 2. Bürgermeister stimmte neben den Stadträten der Linken nur einer / eine aus der vorherigen Allianz aus DieLinke, FDP, Gewerbeverein / Grüne für den linken Gegenkandidaten von Werner Albert (SPD), dem mit 45 Jahren deutlich jüngeren Henry Ruß.

Der Mut reichte daher nicht nur nicht zu einem Generationswechsel, sondern schon gar nicht zu einem Wechsel im politischen Umgang miteinander.

Folge: Absolute Mehrheiten für die CDU in den Ausschüssen und Gremien, obwohl sie im Stadtrat darüber nicht verfügt, wir werden sehen sprach der Blinde, wozu das führt.

Ach ja und noch etwas Altersstatistik und dazu wer persönlich wohl diese Absprachen getroffen hat.

Ist dies auf Seiten der SPD überdeutlich, ergibt sich dies für die CDU aus Indizien:

Gewinner der durch d´Hondt übermäßig hohen Anzahl von Sitzen in der städtischen Gremien sind die drei - wer hätte es vermutet - ältesten CDU-Stadträte, die  bereits genannte Graue Eminenz der CDU-Fraktion Bernd Suhr, der ehemalige hauptamtliche 1. Beigeordnete des OB Werner Künzel und Erich Schettler, alles Rentner.

Sie sind als ordentliches Mitglied in sechs (Suhr und Schettler, obwohl Bernd fast sieben geschafft hätte, wäre er nicht aus der Baumschutzkommission - auch dank einer großen Koalition der „Kleinen” (DieLinke, FDP, Grüne / GVR) - herausgewählt worden) bzw. fünf (Künzel) Gremien.

Demgegenüber ist das Zugpferd der CDU und Stimmenkönig Ulrich Köhler in keinem einzigen Ausschuss vertreten, was zumindest seltsam wirkt. Na Hauptsache er bringt bei der nächsten Wahl wieder viele Stimmen für die CDU - wer nichts macht, kann auch nichts falsch machen -.

Jetzt kommt sicher - z. B. von Bernd S. dem erklärten Leser von handverlesen - die Frage warum sich handverlesen noch über diese längst getroffenen Entscheidungen moniert?

Ganz einfach aus Gründen von Klarheit und Transparenz.

Keiner soll später sagen können, ja wenn ich das gewusst hätte, hätte ich anders abgestimmt oder das war doch alles so intransparent, dass habe ich nicht erkennen können und die Presse hat das ja auch nicht geschrieben.

Doch, doch - handverlesen hat es davor und danach ausführlich gebracht - also Ausreden für die nächste Wahl gibt es nicht. Und handverlesen verspricht, rechtzeitig vor der nächsten Stadtratswahl noch einmal daran zu erinnern, der Datenspeicherung sei dank.


Ein Kommentar zu “Stadtrat Reichenbach: So gehts los!”

  1. Wolfgang Zahn

    ja, ja die “Eigentümer von Reichenbach” haben sich wieder mal durchgesetzt. das war vor, in 33 auch schon so, danach für 40 Jahre halt unterbrochen und nun hat man viel…. nachzuholen. Das Problem liegt indes bei den Wählern. Die Hälfte hat gestreikt und ist garnicht hingegangen und der Rest hat halt fast nur bürgerlich gewählt. … und das in einer alten Industriearbeiterstadt. Wie sagte Bert Brecht: Erst kommt das Fressen, dann die Moral…

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